Caterina Maderna
Utopien lassen sich Zeit. Ganz im Gegensatz zu ihrem visionären Ruf sind sie zu fest mit der Gegenwart vertäut, zu tief an ihre Struktur gebunden, als das sie sich drängen lassen würden. (Jacques Derrida)
Eva Köstner gestaltet mit Video, Objekten, Zeichnungen und Installation.
Die unterschiedlichen Gestaltungsmedien, die sie sich zu eigen gemacht hat beschreiben keine isolierten, in sich abgegrenzten Welten, sondern greifen ineinander ein und über, schließen sich zu einer ungebrochenen, homogenen Ganzheit zusammen. Die Aura ihrer Filme findet sich in vielen Objekten verdichtet, ihre Zeichnungen erwecken jene im Kontext komplexere Bilder zum Leben. Alle Arbeiten fügen sich zu einem dichten Kosmos zusammen, den wir als uns bekannt und unbekannt zugleich erleben.
Immer wieder sind es hier Ambivalenzen, scheinbare Gegensätze, die eine Spannung erzeugen, der man sich nicht entziehen kann, die auf den Betrachter übergreift, welcher sich im Vertrauten wie im Fremden wiederfindet.
In der Ästhetik der gestalteten Formen wie in den Geschichten, die sie uns erzählen, gehen formal wie inhaltlich Gewicht mit filigraner Leichtigkeit, bedrohliche Schärfe mit anziehender Anmut, energische Kraft mit entwaffnender Sanftmut, konstruierte Technik mit wuchernder Natur, rigide Struktur mit unkontrollierbarem Wachstum, entlarvende Sichten auf sinnentleerte Rituale mit eindringlichen Beschreibungen unserer ganz alltäglichen Handlungen eine Symbiose ein. Es ist eine Symbiose, die in der Verunsicherung Hoffnung auf Sicherheit in sich trägt. Eine Sicherheit, die nicht in starren Gesetzen, Regeln, Gewohnheiten, politischen oder moralischen Forderungen gründet, sondern im Wesen des Menschen selbst, in dem ihm eigenen Potential einer sinnlichen Betrachtung und spielerischen Hinterfragung alles Bestehenden, seiner Sehnsucht nach Lebensgemeinschaft, ihre Wurzeln hat.
Eva Köstner nimmt unsere Lebenswelt, unser Rollenverhalten, die architektonischen Körper und modischen Hüllen, die wir, oft genug mehr als beklemmende und einengende, denn als schützende Behausungen um uns errichtet haben dabei nicht von der Warte einer fertigen Lösung aus ins Visier. Sie schafft Utopien mit dem Blick auf das Gegenwärtige, keine Visionen, die auf ein bereits festgelegtes Ziel in der Zukunft hin gerichtet sind. Sie erhebt nicht 'den Zeigefinger' vom Hochsitz des Künstlers aus, sondern genießt, nicht ohne humorvolles Zwinkern, beim Entwurf und der Gestaltung der Szenen sichtlich selbst das spielerische Ausloten der unendlichen Palette an Möglichkeiten, welche die Freiheit uns bietet.
Vielleicht ist es dieses - bei aller Souveränität in der Ausübung ihres gestalterischen Handwerks - authentische 'innere' Beteiligtsein der Künstlerin, das uns dazu verführt, ihr nicht nur als Betrachter, sondern als Gefährten auf ihren utopischen Wegen zu folgen. Was wäre wenn ....
Die Zeichnungen
Seit dem Jahr 2000 beschäftigt sich Eva Köstner mit inhaltlichen und gestalterischen Entwürfen einer Utopie, welche die scheinbar unumstößlich festgeschriebenen Formen und Normen unserer Gesellschaft hinterfragt. Zeichnungen in großformatiger Rechteckform wuchsen rasch zu einer umfangreichen Serie an, die sich, in Linien ( "Lines ") ausgelegt, zu einer Bilderfolge verdichteten, in der jedes einzelne Blatt eine in sich abgeschlossene Szene konstituiert, mit den übrigen dabei jedoch derart verklammert ist, dass das stetig anwachsende Ensemble eine zunehmend komplexere Erzählung vermittelt. Aus der im tatsächlichen Wortsinn bald 'Raum sprengenden' Länge der Strecke erwuchsen große Kompositionen in Rundform. Die hauchfeine und akkurate Struktur, welche die Strichzeichnungen der Künstlerin ebenso wie ihre sanft differenzierten Schattierungen kennzeichnet, vermögen dabei überraschenderweise eine derart eindringliche Ausdruckskraft zu entwickeln, dass sie sich gegenüber dem fast monumentalen Format der Bildträger vollkommen gleichgewichtig zu behaupten weiß. Ein Phänomen, das sich selbst bei einer isolierten Betrachtung kleinster Details ungebrochen manifestiert.
Den ausschließlich in verschiedenen Rot- und Grautönen changierenden Figuren und Formen ist eine akkurate Zartheit eigen, wie sie nur das Medium der Zeichnung vermitteln kann; ihre auratische Kraft geht hingegen weit über dieses Medium hinaus.
Die Reihenfolge der Zeichnungen ist nicht festgelegt. In ihrem aleatorischen Prinzip den "Hundertausend Milliarden Gedichten“ Raymond Queneau's grundsätzlich verwandt ergeben ihre Szenen in jeder Kombination einen Sinn und fordern nicht zuletzt dadurch die Fantasie des Betrachters, seine unmittelbare kombinatorische wie gedankliche Beteiligung am Prozess der Geschichte regelrecht heraus. Indem jedes Blatt sowohl als ein eigenständiges 'Individuum' zu uns spricht, als auch mit den übrigen Zeichnungen intensiv kommuniziert, werden wir einerseits zum dialogischen Gegenüber eines einmaligen Geschehens, andererseits aber auch zum Zeugen einer stets reicher werdenden Handlung, die uns das Gefühl vermittelt, selbst eingreifen zu können.
Der Betrachter wird als ideeller Mitstreiter am Prozess des utopischen Modells beteiligt.
Als Hauptfiguren der Bilderzählungen begegnen uns Heldinnen, die in ihrer Physiognomie die Züge ihrer 'Erfinderin' tragen, im Geschehen der Handlung jedoch als verschiedene Personen auftreten. Ihre futuristische Kleidung ist Sinnbild der Utopie in der sie agieren. Glatte Helme zeichnen im dichten Verbund ihre fein geschwungenen Köpfe nach - die Künstlerin hat deren charakteristische Form in selbstgefertigten Kappen real nachgebildet. Ein Wangenteil läuft meist in ein Mikrophon aus. Mit ihm geben sie Anweisungen, sprechen Befehle aus oder kommunizieren untereinander. Die Körper der Heldinnen sind weitgehend nackt, vom Diktat jeglicher Kleidermoden befreit. Eng anliegende ärmellose Hemden, die sich ihrer Silhouette völlig unterordnen, kommen als ebenso anschmiegsame wie strenge Uniformen zur Wirkung. Gelegentlich bilden metallene Röcke, deren 'Falten' in gefährlicher Schärfe weit in den Raum ausschwingen einen ebenso verstörenden wie reizvollen Kontrast zu ihrer anziehenden, durchweg Kraft ausstrahlenden Weiblichkeit. Auch diese, ebenso verführerischen wie eminent gefährlichen, Accessoires sind von Eva Köstner für eine Performance in realer Umsetzung angedacht worden.
Energie und träge Lässigkeit, Strenge und Sanftmut, fast kindlich anmutende Verspieltheit und Gefährlichkeit bestimmen die Aura dieser Heldinnen, deren Gesichtszüge stets von einem Ausdruck konzentrierter Hingabe und gelassener Heiterkeit gezeichnet sind.
Wie groß die Gefahr ist, die von ihnen tatsächlich ausgeht, zeigt ihre Umgebung. Mächtige Architekturen und technische Anlagen - nicht selten in konkreter Anspielung auf besonders beklemmende Zeugnisse unserer zeitgenössischen Kultur gestaltet - können von ihnen gesprengt, zum Einsturz gebracht, vernichtet werden.
In "Miss undercover misses miss undercovers smile" wird beispielsweise ein in seiner Gestaltung außerordentlich abstoßendes Familienhaus in einer symbolischen 'Zielscheibe der Möglichkeiten' versenkt. Es ist in den Augen der Künstlerin nicht nur das häßlichste Gebäude Deutschlands, sondern auch das faktisch - auf der Zugspitze - höchstgelegene. Manchmal liegen, wie in "Stationutopia" Handgranaten in den Händen der Akteurinnen. Riesige technoide Gebilde werden von ihren Armen mühelos in die Höhe gestemmt. In "Target of opportunity" und "Konglomerat für nachhaltige Ent-/Verwicklung" treten sie als Atlantinnen auf, die anmutig ein Segment unseres Erdballs balancieren. In beiden Kompositionen bezieht der Entwurf der Szenen dabei auf subtile Weise die Gesamtform des Bildträgers mit ein, dessen gewaltiges Rund in der Folge als symbolische Erdkugel wirkt.
Von den Heldinnen geht eine mächtige Zerstörungswelle aus - und sie sind sichtlich ohne Unterlaß gedanklich wie körperlich beschäftigt. Allerdings hat die Zerstörung der wir in ihrem Umfeld begegnen, dabei weder rohe Gewalt, noch Furcht oder Verzweiflung im Gefolge. Dies mag zunächst daran liegen, dass über allen ihren Aktionen und Gesten ein vollkommen ruhiger, 'heiliger' Ernst liegt, der an die Sicherheit stiftenden Handlungen immer wiederkehrender Rituale erinnert, mit deren grundsätzlicher inhaltlicher Bedeutung sich Eva Köstner seit langem auseinandersetzt. Im Besonderen wird hier denn auch kaum zufällig eine Ambivalenz spürbar, die gleichermaßen anzieht, wie verunsichert. Waren es doch gerade immer wieder Rituale, die, sofern sie ungebrochen mit einem tiefen, glaubhaften Sinn verknüpft blieben, den Lebensgemeinschaften der Menschen zu allen Zeiten und in allen Kulturen existenzielle Sicherheit vermittelten. Sei es beispielsweise, dass jede Gründung einer Siedlungen im alten China feierlich nach dem Prinzip des 'fang' (des Quadrates) erfolgte, um auf diese Weise die menschliche Zivilisation an die quadratische Vorstellung der Erde anzubinden, seien es die Opfer- und Kultrituale der Weltreligionen, die, über Jahrhunderte hinweg unverändert vollzogen, die Menschen ihrer unverbrüchlichen Verbundenheit mit einem übergeordneten göttlichen Sein versicherten, stets manifestierten sich in solchen unantastbaren rituellen Handlungen 'Ordnungen', die Ängste bannten und Schutz versprachen. Da sie, jenseits aller aktuellen historischen Gegebenheiten als gleichsam kosmologische Grundstrukturen den Ursprung der Welt und allen Lebens versinnbildlichten, spiegelten sie die individuelle Existenz des Mikrokosmos jedes Einzelnen als unabdingbaren Teil des riesigen Makrokosmos wider, in dessen schöpferischen 'Plan' er integrativ und sinnvoll eingebunden war.
Die Gesten der Heldinnen wecken einerseits zweifellos Sehnsüchte nach solchen, die Existenz des Menschen an sich verkörpernden Ordnungen, machen – nicht zuletzt durch ihre vollkommene Sinnentleerung – andererseits aber auch deren heute sehr weitgehenden Verlust bewusst. In einer Zeit, die nahezu ausschließlich auf kurzfristige, materiell messbare Erfolge ausgerichtet ist, scheinen oberflächliche Handlungsmuster und -normen als banale, ja fast bedrohlich beklemmende Surrogate der echten Rituale verordnet – und entsprechend nur noch mechanistisch ausgeführt. Die Utopie stellt uns hier, nicht ohne Verheißung, ironische Fragen.
Darüber hinaus treten die Heldinnen überdies keineswegs ausschließlich als verstörend Zerstörende auf. Ihre eigene Umwelt ist von futuristischen Architekturen geprägt, deren Schönheit und vollendete Konstruktion an die klaren Gesetzmäßigkeiten mathematischer Prinzipien erinnert. Architektonische Konzepte, die in ihren technischen wie gestalterischen Strukturen auf eine Sichtbarmachung der dem Menschen in seinem innersten Wesen eigenen Logik und gedanklichen Ordnung ausgerichtet sind, fließen modellhaft in die Ästhetik solcher Bauten mit ein, werden zu Sinnbildern der ebenso klaren wie sinnlichen Geisteskraft ihrer Bewohnerinnen.
Dabei scheint bedeutsam, dass sich Eva Köstner in ihren Architekturzeichnungen – im Unterschied zu vielen anderen zeitgenössischen Künstlern – nicht an bereits bestehenden, das heißt baulich tatsächlich realisierten Gestaltungen orientiert, sondern dem Betrachter hier vielmehr Einblick in ihre eigene intensive Beschäftigung mit unterschiedlichen Architekturtheorien – so etwa den Konzepten des 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründeten und seit 1925 so genannten 'Bauhaus' - vermittelt. Der architektonische Lebensraum ihrer Utopie ist nicht Zitat oder Paraphrase von etwas bereits Bestehendem, sondern tatsächlich utopisch; ein Versuch, Theorien zu visualisieren und deren fruchtbare gedankliche Struktur zu versinnbildlichen.
Das wir im Lebensraum der Heldinnen auf eine Welt treffen, die nicht von sinnloser Zerstörung oder blinder Gewalt beherrscht wird und dass in ihr eine Ordnung wohnt, die nicht künstlich am Menschen 'vorbei' konstruiert, das heißt nicht zwanghaft von außen 'verordnet' wurde, zeigt endlich deren Symbiose mit der Natur. So können sich die Hände der Akteurinnen in der Verschränkung um einen explodierenden Granatenstrauss plötzlich in die mehrfach gewundenen Leiber von Kraken transformieren oder die geschmeidigen Arme der Tiere ihnen als Teil ihrer Rüstung beistehen. Die Dreiergemeinschaft in "Trinität&Triell" wird von einer hochaufstrebenden Pflanzenstaude begleitet, deren vegetabile Stengel sich in einer auswuchernden Spirale nach oben winden, um sie dort mit mächtigen, trompetenförmig ausschwingenden Kelchen zu hinterfangen. Die Zielscheibe, in dem das höchstgelegene Denkmal der Häßlichkeit wie in einem See versinkt , ruht auf einem wahren Dickicht in sich verschlungener pflanzlicher oder tierischer Wurzeln. In "Mimesis - Spiel zweier Signifikanten" erscheinen die Heldinnen sogar selbst als Teile der Tier- und Pflanzenwelt, in dem sie mitten in einem explosiven Geschehen aus einem sie umschließenden Geflecht von Krakenarmen regelrecht emporwachsen, beziehungsweise mit der überbordenden Wand der hinter ihnen aufragenden Stauden verschmelzen.
Dass die Natur als ein untrennbarer Partner zur Utopie Eva Köstners gehört, ja mit ihr im tatsächlichen Wortsinn verwachsen ist, bezeugt nicht zuletzt die Form deren ästhetischer Gestaltung. Die differenzierte Feinheit ihrer Schattierungen, welche bei einer sorgfältigen Betrachtung aus einer schier unendlichen Vielzahl hauchdünner Linien besteht, strahlt im Ganzen die gleiche geschmeidige Anmut aus, die auch den Erscheinungen der Heldinnen eigen ist. In all ihre wuchernde Fülle ist überdies stets der Mikrokosmos eines spinnwebfeinen Musters eingeschlossen, welches in seiner durchsichtigen, im Detail durchaus klaren Struktur den zuvor genannten Konzepten der futuristischen Bauten grundsätzlich verwandt erscheint.
Natur und utopische Technik stehen nicht im Widerspruch zueinander, sondern sind Zwillingsgeschwister einer Ordnung, die unserer Welt von Anbeginn an immanent ist. In der Zerstörung aller beklemmenden, einengenden und in falscher 'Verordnung' geschaffenen Konstrukte sowie aller rigiden politischen Ideologien – für die beispielsweise die in ihrer Monumentalität regelrecht versteinerten Köpfe eines Paares vor dem Mauerzug eines sozialistischen Gebäudes stehen (Target of...) - liegt das Potential, sich dieser Ordnung wieder bewußt zu werden und mit ihr im gemeinsamen, kreativen Einklang zu leben.
Auch wenn die Utopie, in der Eva Köstners Heldinnen agieren, nie sentimental in die Vergangenheit zurückblickt, sondern ganz und gar auf eine gegenwärtige Zukunft hin ausgerichtet ist, kann in ihr, oder besser durch sie, doch unsere Ursprünglichkeit weiterleben. Schattenhaft schauen die Gestalten eines alten Paares den Heldinnen zu, wenn diese ihre Hände nach den Kugeln der Welt ausstrecken (Target of ...).
Die Utopie ist nicht fertig; das Spiel mit ihr noch lange nicht abgeschlossen. Auch die Heldinnen spielen mit ihr und in ihr. Sie folgen keiner Logik, die zu unseren Gewohnheiten zählt. Sie handeln nicht zweckorientiert. Sie hinterfragen in der Aufhebung aller statischen Gesetze unsere Sehgewohnheiten. Sie bringen uns zum Lachen, wenn sie im vertrauten Spiel unserer Kindheit als Mädchen vom Geflecht der Wollfäden, das sich um ihre Hände spannt, die miniaturhaften Relikte unserer angeblichen Freizeitkultur – die Kuh vom Land, das Wochenendhaus, einen Wohnwagen und zwei kleine Machos, nur mit Stiefeln und ihren dicken Uhren bekleidet – herabbaumeln lassen . Sie scheinen uns zuzuzwinkern, wenn sie uns das Thema einer Aktion - sorgfältig auf Schildchen beschriftet - auf 'dem Tablett' servieren.
Im Spiel, das heißt in einer Tätigkeit, die aus Freude an ihr selbst geschieht und nicht von praktischen Zielsetzungen bestimmt wird, hat die Philosophie seit langem die wichtigste Selbstausbildung des Menschen erkannt. („Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ F. Schiller, Briefe über ästhetische Erziehung). In ihm werden nicht zuletzt auch Modelle für die Rolle des Einzelnen in der Gemeinschaft manifest und können bedingungs- wie grenzenlos, das heißt im tatsächlichen Sinn des Wortes 'spielerisch' ausgelotet werden. Kein Spiel kann über den Verlauf des nächsten entscheiden; die Variabilität seines Ausgangs macht uns die umfassende Vielschichtigkeit des in ihm liegenden Potentials bewußt. Auch in diesem Sinn stellen die Heldinnen immer wieder Fragen. Zwei Körper werden, als Symbol für die ursprünglichste Form unserer Gemeinschaft, aus dem Untergang des Zugspitzenhauses geboren (Miss undercover misses ...). Werden die Jägerzäune die deren Hirnmasse umfängt niedergerissen und ihr Denken von allen Beschränkungen befreit werden können? Steht die 8, die von den Zäunen gebildet wird als Unendlichkeitszeichen für den ewigen Bestand der Begrenzung, oder für ein unendliches Potential, das von ihnen geschützt wird? Können die Menschen in ihrer stets größeren Gemeinschaft mit deren Ordnungen leben, ohne ihre individuelle Identität einzubüßen? Stiften Rituale Sinn und Geborgenheit? Bergen sie, heute weitgehend sinnentleert, die Gefahr einer beklemmenden Statik?
In der Utopie des Spiels mit Fragen und Möglichkeiten liegen Antworten verborgen.